Jeder Naturinteressierte hat seine Lieblingsbücher oder Lieblingshefte. So auch wir NABU-Leute. Auf dieser Seite möchten wir Ihnen in loser Reihenfolge ein paar unserer Lieblingsbücher vorstellen, die uns nicht nur gute Dienste, sondern auch Inspiration, Nachdenken, Anstöße oder einfach nur Freude bescheren. Vielleicht ist was für Sie dabei. Darüber würden wir uns freuen. Und falls auch Sie ein Lieblingsbuch zum Thema Natur haben, schicken Sie uns gerne den Titel und eine Beschreibung zu, damit wir es auch auf dieser Seite vorstellen können.

Viel Spaß beim Lesen, denn "Wer liest, lebt doppelt."

Atlas der Brutvögel des Saarlandes
Johan Bos, Martin Buchheit, Markus Austgen und Ortwin Elle
ISBN 3-938381-06-X 432 S., 2005
Das Buch kann beim Zentrum für Biodokumentation (ZfB), Am Bergwerk 10, 66578 Landsweiler-Reden, info@biodokumentation.saarland.de, Tel. 0 68 21/9 31 63-0, Fax 0 68 21/9 31 63-24, bezogen werden.

Ein absolutes Muss für jeden Vogelfreund im Saarland: Der saarländische Brutvogelatlas ist eine umfassende Dokumentation des heimischen Vogelbestandes - genau 131 Arten - von A wie Amsel bis Z wie Zwergtaucher (mit ihren lateinischen, englischen, französischen und luxemburgischen Namen), jeweils mit Foto, einem informativen kurzen Text sowie einer Übersichtskarte, aus der das jeweilige Vorkommen mit einem Blick erfasst werden kann.
Abgerundet wird der Atlas mit einer Beschreibung der unterschiedlichen Naturräume und der Landnutzung des Saarlandes, einer für angehende Ornithologen sehr nützlichen Beschreibung der Kartierungsmethode sowie der Systematik der Artnamen.

Libellenatlas der SLL+-Großregion
Autoren: Trockur, B.; Boudet, J.-P.; Fichefet, V.; Goffart, P.; Ott, J. & R. Proess, Preis: 24,90 Euro
Zu beziehen beim Herausgeber „Zentrum für Biodokumentation“: 0681/501-3452 oder e-mail: info.biodoku@lua.saarland.de

Eine wirklich originelle Idee, einen komplett zweisprachigen Atlas der Libellenfauna in der Großregion herauszugeben und zudem der Traum jedes Naturfreundes, dessen Wege diese eleganten Tänzerinnen der Lüfte, die so zauberhafte Namen wie Mosaikjungfer oder Adonislibelle tragen, im Garten oder auf seinen Streifzügen durch die Natur kreuzen. Nur selten halten sie lange genug inne, um sich betrachten oder gar fotografieren zu lassen. Den geduldigen Naturfotografen sei Dank dafür, dass dieser Atlas für den Laien wie für den Odonatologen – wie die Libellenkundler wissenschaftlich genannt werden - so wertvoll ist. Jeder der 75 in der Großregion Saarland-Lothringen-Luxemburg-Rheinland-Pfalz und Wallonien heimischen Arten ist eine Doppelseite mit Verbreitungskarte, Fotos von Männchen, Weibchen sowie dem typischen Lebensraum und ein kleiner Text auf Deutsch und Französisch gewidmet. Selbstverständlich gehören zu einem wissenschaftlichen Werk wie dem vorliegenden Libellenatlas die Beschreibung der Erfassungsmethodik und die Entwicklung der Artenvielfalt der Libellen in unserem Verbreitungsgebiet.

Die Vegetation des Saarlandes
136 S.; ZfB-Scriptum, Band 3 (2010)
Autor: Bettinger, A.; Preis: 9,90 Euro
Zu beziehen beim Herausgeber „Zentrum für Biodokumentation“: 0681/501-3452 oder e-mail: info.biodoku@lua.saarland.de

Diese umfassende Bestandsaufnahme bietet einen einzigartigen, ganzheitlichen Überblick über die saarländischen Vegetationstypen und Pflanzengesellschaften. Das Buch ist ein für den Laien gut verständlicher Einstieg in alles, was zwischen Mosel und Bliesgau oder Hochwald und Homburger Becken an Vegetation anzutreffen ist. Sogar fachkundige Botaniker dürften es als willkommenes Nachschlagewerk zu schätzen wissen. Wir erfahren nicht nur Geschichtliches, wie etwa, dass ohne das Zutun unserer Vorfahren durch Besiedlung und Landwirtschaft das heute so vielfältige Saarland zu 90 % mit Buchenmischwäldern bedeckt wäre, sondern v.a. auch sehr viel über die "heutige reale Vegetation" mit ihren wichtigsten Vegetationseinheiten. In zehn Kapiteln werden alle nachgewiesenen Pflanzen angefangen beim Laichkraut an Gewässerstandorten über den selten gewordenen Lungenenzian in Moorgebieten bis hin zum Gewöhnlichen Sonnenröschen, das auf Kalk-Halbtrockenrasen gedeiht, vorgestellt.

Andreas Bettinger rundet seine absolut lesenswerte Bestandsaufnahme sehr zur Freude des interessierten Laien mit einer beeindruckenden Fülle von Fotos ab und widmet ein eigenes Kapitel den sogenannten Neophyten, also den pflanzlichen Neubürgern, und deren Einfluss auf die saarländische Vegetation.

„Welche Fledermaus ist das?“
34 Fledermausarten einfach bestimmen
Reihe Kosmos Naturführer
Preis: 4,95 €, zu bestellen nur über www.nabu-natur-shop.de

Nachtfluggebot - für Fledermäuse!
Wer einmal an einer Fledermauswanderung oder -beobachtung teilgenommen hat, ist fasziniert von den Flugkünsten dieser fliegenden Säugetiere, deren Entwicklungsgeschichte sich über 52 Millionen Jahre zurückverfolgen lässt. Mittels eines ausgeklügelten akustischen Echo-Ortungsverfahrens können sie in der Dunkelheit jedem Hindernis aus dem Weg fliegen und kleine Insekten sicher erkennen und erbeuten. Manche orten ihre Beute mithilfe von Ultraschall-Peilstrahlen, manche allein mit ihren riesigen Ohren.
Entgegen ihres Images als blutrünstige Vampire ernähren sich bis auf eine Ausnahme1 alle bei uns vorkommenden Fledermäuse von Insekten und Spinnen. In der warmen Jahreszeit lassen sie sich in der Dämmerung an Waldrändern, Seen, in Parks oder gerne auch auf Friedhöfen beobachten. Praktische Tipps für die Beobachtung der kleinen Hufeisennase oder der heimischen Glattnasen und zu deren Schutz finden sich in diesem kleinen Westentaschen-Naturführer.

1 Unerwartete Attacken durch Fledermäuse: www.wissenschaft-online.de

Das Klimakochbuch
Klimafreundlich einkaufen, kochen und genießen
ISBN: 978-3-440-11926-6, 12,95 €

Der deutsche Durchschnittsverbraucher verursacht pro Kopf und Jahr circa 10-11 Tonnen CO2-Äquivalente, davon alleine durch seine Ernährung etwa 2 Tonnen. Die Ernährungs- und Klimaexperten, die die BUNDjugend danach befragt hat, wie sich dieser auf unsere Ernährung zurückzuführende ökologische Fußabdruck verringern ließe, kamen zu dem Schluss, dass wir diesen auf eine halbe Tonne CO2-Äquivalente reduzieren können, wohlgemerkt bei vollem Genuss und höchster Qualität, die unseren Geldbeutel nicht stärker belasten als die üblichen Fleischrationen und Fast-Food-Produkte.

Das Klimakochbuch ist ein reicher Schatz an leckeren Rezepten für jeden Geschmack, der nicht nur Vegetarisches beinhaltet. Doch die Autoren weisen sehr anschaulich ohne den erhobenen Zeigefinger darauf hin, dass z.B. der Anbau von Gemüse etwa 150 g CO2-Äquivalente pro kg verursacht, während Rindfleisch für ca. 13.500 g pro kg verantwortlich ist. Und wer gar nicht auf Fleisch verzichten mag, kann seine Klimabilanz auch dadurch verbessern, dass er auf dessen regionale und möglichst auch ökologische Herkunft achtet und vielleicht einmal eine der leckeren pflanzlichen Alternativen probiert.
Mein Fazit: Liebe (zur Natur) geht durch den Magen.

Der Kosmos Waldführer
Die Tier und Pflanzen unserer Wälder
Eva & Wolfgang Dreyer

Nicht nur im Internationalen Jahr der Wälder erweist sich dieser praktische Waldführer als sehr hilfreich. Er ist in der üblichen übersichtlichen Art der Kosmos-Naturführer aufgebaut. Im aufklappbaren vorderen Deckel finden sich anschaulich mit Zeichnungen aufbereitet die wichtigsten botanischen Fachausdrücke. Das Register ermöglicht dank des übersichtlichen Farbschlüssels ein schnelles Nachschlagen der gewünschten Pflanzen- oder Tierart, angefangen bei den Flechten über die Bodenbewohner bis hin zu den im Wald lebenden Vögel und Säugetiere. Insgesamt 500 Tiere und Pflanzen reich bebildert auf 570 Fotos.

„Den Wald muss man erleben, um ihn zu verstehen.“ und „Natur erleben heißt Beobachten.“ So lautet das Credo der beiden Autoren. Dazu geben sie Tipps, an welchen Stellen im Wald die größte Chance besteht, die besten Beobachtungen zu machen, erstaunlicherweise etwa die Waldränder als Randzonen von Biotopen, die um ein Vielfaches reicher an Blütenpflanzen, Käfern oder Schmetterlingen sind als die Innenzonen. Kapitel über den Lebensraum Wald, die Waldtypen und Waldökologie runden diesen für den interessierten Laien empfehlenswerten Waldführer ab.
www.nabu-natur-shop.de

„Tiere und Pflanzen des Waldes“
140 Arten – mit Spuren und Fhrten
Frank Hecker

Dieser kleine Taschen-Naturführer aus dem Kosmos-Verlag bietet einen schönen Überblick über die wichtigsten Tier- und Pflanzenarten in unseren heimischen Wäldern. Auf über 200 Fotos werden insgesamt 140 Tiere, Pflanzen und Pilze des Waldes mit ihren typischen Kennzeichen vorgestellt. Und wem in diesem 150 Gramm leichten Waldführer die passende Auswahl an häufigen Amphibien fehlt, der sollte sich den dreimal so schweren Kosmos Waldführer zulegen (s. dort).

www.nabu-natur-shop.de

Welcher Baum ist das?
Kosmos Naturführer
Margot & Roland Spohn

Was unterscheidet eine Sommerlinde von einer Winterlinde? Warum sind Naturschützer keine Fans der Späten Traubenkirsche? Wussten Sie, dass Efeu kein Schmarotzer ist, sich vielmehr selbst mit Nährstoffen versorgt? Die Antworten auf all diese Fragen finden sich in diesem Baumführer, der für jeden Baum und Strauch die Herkunftsregion bezeichnet und anhand mehrerer Fotos sowohl Früchte als auch Blätter und das Gesamterscheinungsbild zeigt.

www.nabu-natur-shop.de

Die große Welt der kleinen Störche
Eine Geschichte über die kleinen und großen Weißstörche an Glan und Blies
Karin Gottfreund-Müller

„Fast weg …“ So lautet der Titel der NABU-Kampagne, die auf bedrohte Tierarten unserer Breiten aufmerksam machen will. Doch den Weißstorch können wir im Saarland dank der jahrelangen Bemühungen von Storchenfreunden und Naturschützern wieder getrost als „… wieder da!“ feiern. Die Lebens- und Aufzuchtgewohnheiten der Störche zwischen Glan und Blies und insbesondere im Naturschutzgebiet „Beeder Bruch“ wird in diesem kleinen Buch mit vielen eindrucksvollen Bildern der Autorin in Form einer Geschichte erzählt.

Näheres unter www.storchenbuch.com

„Die große Welt der kleinen Falken“ und
„Hurra, die Falken sind wieder da!“
Karin Gottfreund-Müller

Wer hat schon die Möglichkeit, in unmittelbarer Nähe die natürliche Aufzucht von Falkenjungen zu beobachten? Das dachte sich auch die in Bruchhof lebende Autorin, packte die Gelegenheit beim Schopf bzw. die Kamera beim Stativ und legte sich über Monate hinweg immer wieder auf die Lauer. Herausgekommen sind zwei Bildbändchen mit wirklich tollen Schnappschüssen, die den Leser miterleben lassen, welche Lebensgewohnheiten die Falken haben, wie sie ihre Jungen ausbrüten, sie ernähren und groß ziehen, bis die Jungvögel schließlich das Fliegen lernen.

Näheres unter: www.falkenbuch.de

Naturschutz. Krise und Zukunft.
Josef H. Reichholf, edition unseld, 2010

„Ich plädiere für einen Naturschutz, der von innen kommt und nach außen ehrlich, offen und zuverlässig ist. Die Stimmen von Millionen Menschen werden sich dann Gehör und Beachtung verschaffen.“ So fasst der Klappentext das Anliegen Josef Reichholfs, dem bekannten Evolutionsbiologen und Naturschützer, zusammen.

Seinem Ruf als unkonventionellem Querdenker macht Reichholf auch in diesem kleinen Taschenbuch alle Ehre. Es ist ein Plädoyer für den Naturschutz, der „kein schlechtes Gewissen sondern Freude“ bereiten soll. Er setzt sich kritisch mit den Resultaten des staatlich verordneten und kontrollierten Naturschutzes und dessen geringen Erfolgen etwa beim Artenschutz, dem es nicht gelungen ist, bedrohte Arten wirksam zu schützen, auseinander. Wichtiger noch als der pure Artenschutz ist laut Reichholf der damit kombinierte Flächenschutz wie etwa in Form der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie.

An anderer Stelle prangert er aber auch den praktizierten Naturschutz an, der mit Ökologie und Naturhaushalt nur wenig zu tun habe, vielmehr eine Art Denkmalschutz der Natur darstelle. Aber wie es so seine Art ist, prangert er Missstände nicht an, um zu demotivieren, sondern ermuntert jeden Einzelnen, sich die Zeit zu nehmen, Natur in ihrer ganzen Vielfalt zu erkennen, zu studieren und deren Abläufe zu verstehen und diese zuzulassen. „Naturschutz funktioniert nur mit Begeisterung. Das Leben selbst gibt uns den Optimismus, es immer wieder aufs Neue zu versuchen.“

Peter Wohlleben „Naturschutz ohne Natur – Von den Grenzen der Umweltpolitik“
ISBN: 978-3-937989-50-1

Ein provokanter Titel, ein provokantes Buch! Man kann nicht sagen, der Autor nähme ein Blatt vor den Mund. Ganz im Gegenteil, hier schreibt der Fachmann unverbrämt seine Meinung, die er sich in einer ganzen Reihe von Berufsjahren gebildet hat und er tut es erstaunlich wortgewandt und didaktisch geschickt, wo man doch meinen könnte der Forstmann an sich sei eher wortkarg. Peter Wohlleben unterscheidet in seinem Buch gleich zu Beginn deutlich zwischen Kultur und Natur, gibt Beispiele, erklärt Hintergründe und führt den Leser aus der Vergangenheit unterhaltsam, aber nie belehrend, in die Zukunft des Naturschutzes, wie er ihn versteht. Auch mit Kritik an Politik, Behörden, Ämtern, Jägern und Naturschutzorganisationen hält er nicht hinterm Berg. Er führt den Leser, sofern der Laie ist, in eine fremde Welt von Begriffen, in der von Haselhuhntaschen, Entfichtung, Segregation, Ökokonten und der Megaherbivorentheorie die Rede ist, und erklärt uns deren Bedeutung, die manchen Leser erstaunen wird.

Zusammenfassend sei gesagt, es handelt sich bei diesem Buch um eine lesenswerte und aufklärende Lektüre, deren Thesen man teilen kann oder nicht. Den Hobbynaturschützer hinterlässt das Buch hoffentlich klüger, den Fachkundigen hoffentlich grübelnd aber beide sicher nicht glücklich.

„Ende der Artenvielfalt? – Gefährdung und Vernichtung von Biodiversität
Josef H. Reichholf, 2. Aufl. 2009
ISBN 978-3-518-26031-9

Die Funktion der Artenvielfalt – „Wozu sind all die Arten gut?“ – wird in diesem interessanten Buch aus der Reihe des „Forums für Verantwortung“ ebenso thematisiert wie die Gefährdung der Artenvielfalt durch die Überdüngung nicht nur – wie man zunächst vermuten würde – durch die Landwirtschaft, sondern auch durch die Luftstickstoffe, die aus den Verbrennungsmotoren zunächst in die Luft und danach auch in die Flüsse und das Grundwasser gelangen, was im Übrigen auch dazu beiträgt, dass sich „fremde“, von Naturschützern gerne auch als „invasiv“ verteufelte Arten rasch ausbreiten.
Erstaunlich auch die Erkenntnis, dass z.B. im Stadtgebiet von Berlin zwei Drittel aller sich in Deutschland fortpflanzenden Vögel brüten. Die Feststellung, wieviele Arten es in Deutschland gibt

Und immer wieder zieht sich durch Reichholfs Publikationen, dass der Mensch nicht im Kontrast zur Natur steht, dass er vielmehr seinen Platz in der Natur finden muss, neben den vielen anderen Arten,

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