Für das erste Januar-Wochenende 2021 war unter dem Motto „Stunde der Wintervögel“ Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion terminiert. Die vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) und dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern organisierte jährliche Zählung der überwinternden Vögel in Deutschland findet bereits zum zehnten Mal statt.

 

Zur Teilnahme aufgerufen war jeder. Freude an der Natur ist alles, was man braucht, um mitzumachen. Tiefere Kenntnisse über die lokale Vogelwelt sind nicht nötig. Auch Meldungen von den vertrauten und weit verbreiteten Vogelarten sind sehr erwünscht. Alle Teilnehmer*innen liefern damit wichtige Daten über die Verbreitung unserer häufigeren, heimischen Vogelarten. Insbesondere stellt sich die Frage, wie sich anhaltende Dürre und Hitze der letzten beiden Rekordsommer auf die heimische Vogelwelt ausgewirkt haben.

 

Bei der Aktion im Januar 2021 hatten im Saarpfalzkreis 395 Personen mit 291 Gärten teilgenommen. Gemeldet wurden dort 9395 Vögel, deutlich mehr als in den vergangenen beiden Jahren (2020: 8198, 2019: 4742). Das ist ein neuer Teilnahmerekord und zeigt, wie groß das Interesse an der heimischen Vogelwelt ist.

 

Auffällig sind die Rückgänge bei Kohlmeise (- 36 %), Blaumeise (- 46 %), aber auch die Ringeltaube wurde seltener gemeldet (-21 %). Ob vielleicht auch ein tatsächlicher Rückgang an Vögeln die Ursache für die geringeren Zählwerte sein könnte, muss in Zukunft aufmerksam verfolgt werden.

 

Bundesweit wurden in 164.016 Gärten insgesamt 5.650.801 Vögel gemeldet. Die Rangliste führten auch insgesamt die Haussperlinge, gefolgt von Kohlmeise, Feldsperling, Amsel und Blaumeise.

                                                                            Text und Foto: Barbara Böhme

Neues von den St. Ingberter Spatzen

Angeregt durch die Recherche für einen Gebäudebrütervortrag im letzten Jahr hatten wir im Internet eine interessante und überzeugend erscheinende Nisthilfe für gebäudebrütende Vögel gefunden: die „Vogelvide“, konzipiert von unseren holländischen Nachbarn, die als Modul in die unterste Ziegelreihe der meisten Dächer eingebaut werden kann. Diese Nisthilfe ist auf einem Meter Breite mit zwei Einfluglöchern versehen, trennt aber den weiteren Dachinnenraum ab und verhindert Wärmeverluste bei der Dämmung oder ein Vordringen der Tiere ins Dachinnere. Während Sanierungsarbeiten am Dach bietet sich zumeist eine gute Gelegenheit zum Einbau dieser Nisthilfe und verbindet energetische Sanierung mit sinnvollen Naturschutzmaßnahmen. Denn gerade durch die Versiegelung der Dächer und Fassaden im Zuge der energetischen Sanierung verlieren viele Tiere Nistmöglichkeiten, was negative Auswirkungen auf die Bestandsentwicklung hat. Familie Angné, die in der Innenstadt St. Ingberts wohnt, hat die Chance der Dachsanierung genutzt, 3 m der Vogelvide erworben, im Frühjahr 2019 einbauen lassen und somit 6 neue Nistplätze geschaffen.

Die Vogelvide wird vor allem von Haussperlingen, Meisen und Hausrotschwänzchen genutzt, wobei der Haussperling am meisten davon profitieren könnte: die kleinen Stadtbewohner suchen für gewöhnlich Nistplätze unter lückigen Dachziegeln, finden Einschlupf am Übergang zwischen Fassade und Dach und gelten als klassische Gebäudebrüter. Allein in den letzten 10 Jahren hat der Haussperling allerdings ein Viertel seiner Bestände verloren und dies setzt den rückläufigen Trend seit den 60er Jahren fort. Diese Entwicklung hat den Spatz -obwohl zahlenmäßig noch einer der häufigsten Vögel bei uns- auf die Vorwarnliste der gefährdeten Brutvogelarten Deutschlands und aktuell auch des Saarlandes katapultiert. Grund dafür ist unter anderem auch Nistplatzmangel, da Dächer anders als früher kaum mehr Möglichkeiten zum Einschlupf bieten.
                                                                       Text: Gabi Stein, Fotos: Angné, Stein

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